Schloss Kastelbell

: Eröffnung :
Samstag / 12. September 2020 / 17 Uhr

: Dauer der Ausstellung :
Samstag / 31. Oktober 2020

: Öffnungszeiten :
Dienstag – Samstag / 14 – 18 Uhr
Sonntag / 11 – 18 Uhr

:Kurator:
Andreas Hapkemeyer

Das Kuratorium Schloss Kastelbell hat für den Herbst 2020 den Maler Martin Pohl zur Präsentation einer Anthologie seiner Arbeit der letzten dreißig Jahre ein­geladen. Die Ausstellung überblickt die Anfänge, die Entwicklung der eigenen, wiedererkennbaren Handschrift und die Arbeiten der letzten Jahre.

Die ersten beiden Räume zeigen frühere Malerei vom Ende der 1980er und der 1990er Jahre: die monochromen Bilder und die Werkserie der Galerie- und Museumsräume. Die übrigen Ausstellungsräume enthalten Werke aus den letzten Jahren. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt also auf den neuen Bildern.

In so gut wie allen Bildern Pohls steht eine mit breitem Spachtel gezogene Spur im Mittelpunkt. Die Windungen und räumlichen Bewegungen dieser Spur haben einen ausgeprägten temporalen Zug. Pohls Bilder sind weitestgehend ungegenständlich. Sie zeigen im Grunde nichts anderes als ihre eigene Entstehung. Insofern kann man hier von reiner Malerei sprechen. Das Malen selbst ist das Thema von Pohls Bildern. Es gibt allerdings auch eine Werkserie, die an Bergformationen denken lässt: Zweifellos spielt Pohl mit dieser sich hier leicht einstellenden Assoziation, doch letzten Endes geht es hier – wie in den anderen Werken auch – um Malerei.

Pohls Bilder sind in ihrer Thematisierung der Möglich­keiten des Malerischen nicht gänzlich autoreferenziell, sondern denken immer den Betrachter mit: Sie wollen den Betrachter bewegen, involvieren, auf ihre Seite ziehen mit ihrer Farbe, ihrer Bewegung, kurz ihrer Attraktionskraft, um die es in Pohls Malerei auch immer geht.

Die Arbeiten der letzten Jahre haben in ihrer Kompaktheit, mit ihren Hell-Dunkel-Kontrasten und ihrer illusionären Räumlichkeit oft etwas Skulpturales an sich. Die Formen heben sich vom Bildraum klar ab, sie nehmen nicht mehr – wie bei den frühen Bildern – die gesamte Bildfläche für sich in Anspruch. Nicht nur  in ihren Formaten, auch in der Einfachheit der Motive steckt eine Monumentalität, die man selbst bei kleinen Formaten finden kann.