Sind es überhaupt Berge, die wir sehen?

Bergbilder

In jüngster Zeit gestaltet Martin Pohl eine große Werkserie von malerischen Landschaften, die an Gebirgsformationen erinnern. Die Bergbilder sind ohne Titel. Doch sind es überhaupt Berge, die wir sehen? Oder glauben wir nur, sie zu sehen, da unser Betrachter Blick so konditioniert ist? Es handelt sich nicht um eine reale Landschaft, aber auch nicht um eine ideale. Pohl transformiert das emotional, historisch und symbolisch stark besetzte Bergmotiv in freie Malerei, nicht ein Abbilden und in Folge Wiedererkennen eines bestimmten Berges ist intendiert. Der Künstler möchte vielmehr das Wesenhafte der Berg Form einfangen. Aber vielleicht ist auch das schon wieder zu viel gesagt. „Es ist eine Landschaft aus Farben, die aus dem Pinsel rinnt“, so beschreibt der österreichische Künstler Herbert Brandl seine gegenständlich-abstrakte Malerei. Eine Charakterisierung, die auch auf die Arbeiten von Pohl gut zutrifft. Vor monochromen Hintergrund türmen sich Farbberge auf, ein Weiß von enormer Plastizität und dennoch atmosphärisch leicht. Im Gegensatz zu den anderen Arbeiten malt Pohl nun an der Wand, wunderbare Rinn Spuren entstehen. Die Malerei wirkt subjektiver, unbekümmerter. Die Spuren des Malvorgangs sind ungebrochen auf der Leinwand sichtbar, bewusst erkennbare Striche, Übermalungen und Farbschlieren lassen den gern erkennbaren figurativen Bildgegenstand weit hinter den Malakt zurücktreten. Wieder sind die Werke in erster Linie von der Farbe und dem Malprozess hergedacht. Die reine Malerei bleibt im Mittelpunkt.

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Farbe, organische Formen, verhaltenes gläsernes Leuchten …

Farbe Formen

Wenn man über Martin Pohl spricht, denkt man an Farbe, organische Formen und ein verhaltenes gläsernes Leuchten. Und tatsächlich sind diese ersten Assoziationen richtig und im Gespräch über diesen Künstler wesentlich. Martin Pohl wurde in Tarsch bei Latsch geboren. Nach dem Besuch der Bildhauerschule in Gröden hat er die Universität für angewandte Kunst in Wien besucht. Seither lebt er in Südtirol und Wien. Pohls Professoren waren unter anderem Ernst Caramelle und Oswald Oberhuber, mit letzterem hat er die Schallschutzwände an der der Wiener Südosttangente gestaltet und war von 1993 bis 1995 Lehrbeauftragter an seinem Institut. Fragt man Pohl nach seiner Ausbildung und seinem ursprünglichen Interesse, erfährt man, dass er eigentlich Bildhauer ist – ein Aspekt, der beim genauen Betrachten seiner Bilder und in Zusammenhang mit dem Titel der Schau erhellend ist – FARBE FORMEN Pohls Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland setzt in den frühen 90er Jahren ein und ist in einer langen Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen dokumentiert.

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